Sonja Wenzel

Weihnachten kann immer sein – sogar noch im nachfolgenden Spätsommer: Die Bahnhofsmission und die Husumer Tafel, beides Einrichtungen des Diakonischen Werks Husum, haben jeweils eine Spende von 600 Euro erhalten, die aus dem Erlös eines privat organisierten Weihnachtsmarktes des letzten Jahres stammen. Für Marlena und Jochen Jensen, sowie Astrid Clausen und Justyna Wierzbicka aus Ramstedt war jetzt die Gelegenheit gekommen, die beiden Summen, wohlverpackt in Umschläge, zu überreichen: „Die Atmosphäre der Veranstaltung, die an zwei Tagen bei uns auf dem Hof stattfand, war gemütlich und persönlich. Viele helfende Hände haben zum Erfolg beigetragen. Wir versuchen, jedes Jahr mit dem Erlös soziale Zwecke zu unterstützen und möchten gern da helfen, wo Menschen es nötig brauchen“, sagte Marlena Jensen bei der Übergabe der Spende. Freundin Astrid Clausen ist „einfach gern dabei, etwas zu organisieren und in die Tat umzusetzen“ und auch für Marlenas Schwester Justyna „fühlt es sich gut an, andere Menschen zu unterstützen“. Geschäftsführer Jens Grehm empfindet „Dankbarkeit gegenüber jeder Spende, gleichgültig, um welche Summe es sich handelt“. Es gehe allein um die Geste – und die Spendenbereitschaft der Bevölkerung mache es möglich, wichtige Säulen der diakonischen Arbeit zu erhalten. Das Diakonische Werk Husum hat 300 Mitarbeitende sowie 500 ehrenamtlich Tätige, wobei das Ehrenamt in der Zukunft noch an Bedeutung gewinnen wird, so seine Einschätzung.

Ute Petersen, Leiterin der Bahnhofsmission, wies darauf hin, dass die Einrichtung seit fast 90 Jahren unverrückbar ins Stadtbild gehört – und sowohl zu den Menschen vor Ort als auch zu jenen, die auf der Reise sind. „Hier gibt es die unbürokratischen, menschlichen Hilfen, die notwendig sind. Oftmals geht es einfach darum, ‚da‘ zu sein.“ Seit genau 30 Jahren ist an die Bahnhofsmission die Wohnungslosenhilfe angeschlossen, Abteilungsleitung der Niedrigschwelligen Hilfen ist Jens Frank. Charly Häuber, Leiter der Husumer Tafel, dankte für die Spende und erzählte aus der täglichen Arbeit. Insgesamt gibt es Tafeln in Husum, Tönning und Bredstedt sowie eine „rollende Tafel“, die die Menschen versorgt, die kaum Möglichkeiten haben, die stationären Tafeln aufzusuchen. „Diese vier Tafeln versorgen rund 1.000 Haushalte mit durchschnittlich 2,2 bis 2,4 Personen.“ Zumeist handele es sich um Ein-Personen-Haushalte, doch auch Neun-Personen-Haushalte gehören zur Kundschaft. Beeindruckend und erfreulich, so Häuber und Geschäftsbereichsleiterin Adelheit Marcinczyk, seien die vielen Helferinnen und Helfer bei der Tafel, die zwar alle verschiedene Lebens- und Kulturhintergründe haben, sich aber dennoch auf Augenhöhe begegnen und respektvoll zusammenarbeiten.

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