Sonja Wenzel
Eine Radtour kurz nach einem Regenguss, am Deich entlang oder über rustikale Feldwege: Das Fahrrad sieht anschließend nicht gerade reinlich aus und bedarf einer intensiven Säuberung. Solche Putzaktionen sind aber nicht nur zeitraubend; sie sind – ehrlicherweise – auch kein Quell reiner Freude. Doch die Radstation am Bahnhof, eine Einrichtung des Diakonischen Werks Husum (DW), bietet einen neuen Service an, mit dem das Fahrrad im Nu wieder „wie geleckt“ aussieht: Es handelt sich dabei um die einer länglich-flachen Kabine ähnelnde Fahrrad-Waschanlage. Über eine kleine Rampe wird das Rad auf einer Schiene in diese Kabine geschoben, die mit einer besonders robusten Kunststofffolie geschlossen wird. Zwei weiche Bürsten, ähnlich wie in einer Autowaschanlage, bringen das Fahrrad schonend auf Hochglanz. Dieser Vorgang dauert nur wenige Minuten. Anschließend wird das Rad trocken gerieben und ist sogleich wieder fahrbereit.
„Dies ist eine maschinelle, unmittelbare und schnelle Wäsche. Sie ist kostengünstig, und man muss nicht lange auf das Rad warten“, erklärt Guido Kerbsties, Leiter der Radstation seit dem Spätsommer des vergangenen Jahres. Besonders in der touristisch geprägten Region Nordfriesland, in der Radfahren einen hohen Stellenwert habe, sei die neue Fahrrad-Waschanlage eine sinnvoller Service, betont er.
Eine umfängliche Fahrrad-Reinigung wird in der Radstation bereits angeboten; dabei handelt es sich um eine aufwändige, von Hand durchzuführende Säuberung. „Sie dauert mit allen dazu gehörenden Arbeiten, wie beispielsweise das Fetten der Kette, einen ganzen Tag“, erklärt der Leiter der Radstation. Doch die neue Waschanlage ist nicht nur günstig im Preis, sondern auch sparsam im Verbrauch von Rohstoffen: Etwa 30 Liter Wasser – versetzt mit einem umweltschonenden Reinigungsmittel – sind ausreichend, um etwa zwei bis höchstens drei Dutzend Fahrräder zu säubern. Im Wasser gelöster Schmutz wird über ein ausgeklügeltes Filtersystem zurückgehalten. Die Anlage ist so konzipiert, dass während des Waschvorgangs keine ölhaltigen Substanzen vom Fahrrad gelöst werden, so dass ein Nachfetten empfindlicher Teile entfallen kann. Das Waschwasser wird, wenn es ausgedient hat, fachgerecht entsorgt.
Am 29. Mai ab 11:00 Uhr wird die Fahrradwaschanlage mit einem kleinen Festakt auf dem Husumer Marktplatz eingeweiht und vorgeführt. Eine Radreinigung ist gegen eine Spende für einen guten Zweck während der Veranstaltung möglich. Das Ende der Vorstellung der Waschanlage ist für 14:00 Uhr vorgesehen. Ein kleines Schmankerl hat Guido Kerbsties noch in petto: „Wer sein Fahrrad waschen lassen möchte, zahlt bis zum 31. August nur 5 Euro – danach beträgt der Preis 10 Euro.“

