Sonja Wenzel

Ein prächtiger Korb, hoch aufgeschichtet mit dauerhaften Lebensmitteln und ein großer Sack Kartoffeln: das ist das Weihnachtsgeschenk der Kurt Jans GmbH, Kieswerk und Transportunternehmen für Sand, Erden und Steine aus Tönning, mit dem die Husumer Tafel kurz vor dem Fest bedacht wurde. Doch das ist noch lange nicht alles: Zusätzlich erhielt die mobile Tafel, die die Landgemeinden Friedrichstadt und Viöl, sowie auf Eiderstedt Garding und Sankt Peter-Dorf anfährt, einen Scheck über 1.500 Euro. „Die Belegschaft hat mitgesammelt und steht genauso dahinter wie ich“, sagte Geschäftsführer Frank Wauer bei der Übergabe der Kostbarkeiten an den Tafel-Leiter Charly Häuber. Von der Idee der mobilen Tafel – die erste ging deutschlandweit vor etwas mehr als drei Jahren im Diakonischen Werk Husum an den Start –  ist Frank Wauer restlos überzeugt; denn als „alteingesessener“ Eiderstedter weiß er, dass die Tafel in der Kreisstadt Husum für manche Menschen nur mit viel Umstand, Kosten und Zeitaufwand zu erreichen ist.

Tafel-Leiter Charly Häuber sowie Ansprechpartnerin der Tafeln im Diakonischen Werk Husum Sabine Kock dankten für die üppige Finanzspritze, die den über Land fahrenden Verkaufswagen „am Laufen“ erhält sowie für den Inhalt des Korbs, bestehend aus Konserven aller Art, Nudeln, Kartoffelmehl, Zucker und weiteren, höchst willkommenen Lebensmitteln, die manchmal zwar knapp, andererseits aber unendlich wichtig sind, um den Familien ein bisschen „Freiraum“ beim Wirtschaften zuzugestehen: Denn jene Menschen, die von der Tafel eine Grundversorgung erhalten, stehen nicht auf der Sonnenseite des Lebens und müssen zusehen, irgendwie längszukommen – was gerade zu Weihnachten doppelt schwierig ist und manchmal auch ein bisschen deprimierend sein kann. Deshalb war auch Frank Wauers Sorge, dass der Korbinhalt für den umgekehrten Adventskalender „zu spät“ sei, unbegründet: „Solche Waren sind bei unseren Kundinnen und Kunden sehr begehrt und wir erfahren große Dankbarkeit. Wir nehmen sie immer gern an“, so Charly Häuber.

Der „umgekehrte Adventskalender“, bei dem jeden Tag im Advent ein Artikel in einen Karton gelegt und nicht einem Fächlein ein Stück Schokolade entnommen wird, war in diesem Jahr wieder ein großer Erfolg: „Es sind 500 Pakete zusammengekommen, die die Bevölkerung bei uns abgeliefert hat“, freute sich Häuber. „Dafür danken wir allen Spenderinnen und Spendern von ganzem Herzen.“ Gleichwohl ist mit der Annahme der Pakete die Arbeit noch nicht getan: Bevor diese Waren in die Ausgabe kommen, müssen sie noch einmal geprüft werden: „Viele Menschen sind Vegetarier oder Veganer, oder sie müssen glutenfrei leben. Wir achten auch auf den Gehalt von Schweinefleisch bei verschiedenen Produkten“, erzählt Sabine Kock. Deshalb werden diese Lebensmittel gesondert gepackt und entsprechend ausgegeben. Auch in den Paketen enthaltenes Spielzeug werde gezielt an Familien mit Kindern weitergeleitet.

Besonders aber freuen sich Charly Häuber und Sabine Kock über die rund 150 Ehrenamtlichen, die bei den Tafeln in Husum, Tönning und Bredstedt sowie „mobil“ eine sinnvolle und erfüllende Lebensaufgabe finden. Es kommen stets neue Ehrenamtliche hinzu, es bilden sich Netzwerke und Freundschaften. Begrüßenswert ist auch, dass Konfirmanden sich „vor Ort“ über die Arbeit der Tafeln informieren und dass mitunter schon die Jüngsten der Gesellschaft mit ihren Erzieherinnen und Erziehern die Tafeln besuchen und sogar Waren mitbringen: So kann man den Lütten leicht beibringen, dass es Menschen gibt, die mit spitzem Bleistift rechnen müssen – und doch nicht über die Runden kommen; und da ist es gleichgültig, ob gerade Weihnachten oder Alltag ist.

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