Sonja Wenzel
Erwartungsvolle Mittagsstimmung herrscht im Gemeindehaus hinter der Sankt-Marien-Kirche: Besucherinnen und Besucher haben bereits an den Tischen Platz genommen und kommen schnell und zwanglos miteinander ins Gespräch. Am Tresen sind die Tabletts vorbereitet mit Teller, Trinkglas und Besteck: Jetzt müsste sie jede Minute kommen, die Suppe für den allwöchentlichen Suppentag, herbeigeschafft aus der Bahnhofsmission des Diakonischen Werks Husum durch zwei „starke Männer“; bis dann die Tür aufgeht und „sie“ erscheint – in einem hohen, metallisch glänzenden Thermotopf.
Der „Suppentag“ im Gemeindehaus ist, seit er im November 2023 von ein paar einfallsreichen Köpfen des „Fördervereins Begegnungsstätte Husum e.V.“ ins Leben gerufen wurde, für viele zur festen Einrichtung am Montagmittag zwischen 11:30 Uhr und 13:00 Uhr geworden. „Wir geben stets zwischen 45 und 50 Portionen aus“, erklärt Frigga Kamper, erste Vorsitzende des Fördervereins. Mal ist es Tomaten-, mal Spargelsuppe, abwechselnd mit Kartoffel-, Lauch- oder Grünkohlsuppe, die von Renate Lunks und ihrem Team in der Küche der Bahnhofsmission gekocht wird. Zu der Suppe mit üppiger Einlage, bestehend aus Reis, Fleischklößchen oder Wurst, wird knuspriges Brot gereicht. Ferner gibt es Wasser aus der Kruke – und der „lütje Löpel“ ist für das anschließende Dessert vorgesehen. Für diese kräftige, wärmende Mahlzeit wird ein Beitrag von zwei Euro erhoben.
„Vier Organisationen tragen den Suppentag. Es sind der Lions Club Husum Uthlande, die Kirchengemeinde Husum, der Förderverein Begegnungsstätte Husum e.V. und das Diakonische Werk Husum“, führt Frigga Kamper aus. „Unsere Gäste sind sehr verschieden. Es sind Berufstätige, Rentner, junge und ältere Menschen, Wohnungslose genauso wie feste Gemeinschaften, die sich hier gebildet haben“, weiß Susanne Sörensen, die „immer da“ ist und als Ansprechpartnerin für alle fungiert. „Wir sind zwischen 16 und 18 Frauen, die auf ehrenamtlicher Basis im vier-Wochen-Rhythmus arbeiten. Jeder Montag hat demnach sein ‚eigenes‘ Team“, so Frigga Kamper. Auch einige Männer sind mit dabei: Sie holen den großen Suppentopf und seinen leckeren Inhalt aus der Bahnhofsmission ab.
Frigga Kamper, die ihrerseits im Lions Club Husum Uthlande aktiv ist, hat unter anderem Clubmitglied Dr. Maria-Theresia Leuker-Pelties mit ins Boot geholt: „Das war der kurze Dienstweg“, lächelt Letztere. „Es ist erfüllend, etwas Praktisches zu tun, in angenehmer, freundlicher Atmosphäre zusammenzuarbeiten in einem netten Team und mit anderen Menschen ins Gespräch zu kommen“, ergänzt sie.
„Wir freuen uns jedes Mal darauf, denn in Gemeinschaft schmeckt es viel besser – und außerdem ist die Suppe immer eine Überraschung“, ist von den Gästen zu erfahren. „Wir liegen zentral und erreichen so noch mehr Mittagsgäste“, sagt Frigga Kamper. Den Suppentag am Montag gibt es von Februar bis zu den Sommerferien. Danach nimmt der Suppentag bis in den Spätherbst „Fahrt auf“ – bis im Dezember die „Winterküche“ beginnt. Und wenn der Suppentag ausgesetzt ist, zeigt sich, was nebenbei noch alles passieren kann: Einige Gäste haben sich so weit angefreundet, dass sie reihum daheim kochen und gemeinsam das Ergebnis verzehren. Der Obolus, der für die Mahlzeit erhoben wird, reicht gerade, um die laufenden Kosten zu decken. „Deshalb freuen wir uns sehr über Spenden“, so Frigga Kamper. Spenden sind möglich auf das Konto des „Förderverein Begegnungsstätte e.V.“, IBAN DE69 2003 0000 0040 4440 00.
