Sonja Wenzel
Die Kirchengemeinde Husum und das Diakonische Werk Husum bilden gewissermaßen eine Symbiose: „Sie gehören eng zusammen“, wie Pastor Andreas Raabe zu Beginn seiner Andacht anlässlich der diesjährigen „Langen Tafel“ sagte. Deshalb ist der Marktplatz zu Füßen der ehrwürdigen Marienkirche, auf dem die Veranstaltung einmal im Jahr stattfindet, der beste Platz in der Stadt, um die Menschen zusammenkommen zu lassen. „Gott hat uns den Tisch gedeckt, hier wird gekocht, gelacht und gelöffelt“, umriss es der Pastor, dessen Worte umrahmt wurden vom Husumer Posaunenchor. In einer komplizierten, lauten und hektischen Zeit werde alles leichter, wenn nicht nur der Duft einer guten Suppe durch die Luft ziehe, sondern wenn in Gemeinschaft Geschichte geteilt und Freude weitergegeben werden könne. Dabei duftete die Suppe nicht nur, sondern schmeckte auch hervorragend: „Ackerbohnencremesuppe mit Gemüseeinlage und Topping“. Verantwortlich für diesen kulinarischen Genuss zeichnete traditionell Klaus Carstensen vom Verein der Köche Westküste und gleichzeitig Mensa-Chef vom Paulsen-Gymnasium in Niebüll. Unterstützt wurde er von seinem Mitarbeiter Uwe Karstens.
Oftmals machen die kleinen Gesten den Beginn eines Miteinanders aus: So äußerte sich DW-Geschäftsführer Jens Grehm. Bei diesem Fest der Gemeinschaft und Begegnung sei es erfreulich, wenn es etwas gebe, das man miteinander teilen könne – „an einem Ort, der bereichert und an dem niemand allein ist“. Die lange Tafel sei „eine einfache und kraftvolle Antwort auf Ausgrenzung, Einsamkeit und finanzielle Probleme. Hier haben alle einen Platz.“ Grehm dankte der AWO als Mitträger der Tafel und allen Kooperationspartnern und -partnerinnen aus Kirche, Kommune, Politik und Gesellschaft, dem THW, der Stadt, den Stadtwerken und dem Kreis Nordfriesland, der Firma „Husumer Mineralbrunnen“ sowie den immer präsenten Hausmeistern von DW und Kirchengemeinde – aber nicht zuletzt Sabine Kock vom Diakonischen Werk, die als Hauptorganisatorin der Veranstaltung für einen reibungslosen und freundlichen Ablauf gesorgt hatte.
Eine besondere Anerkennung erhielten – auch von Bürgermeister Martin Kindl – die Ehrenamtlichen, ohne die „nix läuft“, die eine wichtige Stütze der Gesellschaft bilden und die zum Wohle aller Bürger ihre Kraft, Zeit und Liebe investieren. Er dankte allen, die sich für diese Veranstaltung „ins Geschirr“ gelegt hatten. Doch könne, so Kindl, die ehrenamtliche Arbeit nur funktionieren, wenn sie von Herzen komme – so wie bei der langen Tafel, an der das Tafel-Team um Charly Häuber tatkräftig mitgewirkt hatte. Dieser lieferte ein paar eindrückliche Zahlen: „Pro Woche versorgen wir in Husum rund 350 Haushalte mit mehr als 700 Personen. Dazu kommt die mobile Tafel mit ihren Stopps in verschiedenen Landgemeinden. Sie steht für etwa 70 Haushalte mit rund 180 Personen parat. Bei beiden Tafeln arbeiten rund 100 Ehrenamtliche.“ Damit es bei den Tafeln immer „läuft“, damit nie personelle Engpässe entstehen und die Arbeit stets eine Freude und Bereicherung ist, werden weitere ehrenamtliche Mitarbeitende gesucht – als Fahrer oder Fahrerin, in der Sortierung oder letztendlich in der Ausgabe. Wer sich im Team einbringen möchte, kann sich bei der Tafel melden. Weitere Informationen gibt es unter Husum – Tafeln des Diakonischen Werkes Husum.















