Sonja Wenzel
Ein Jahr ohne Diakonie-Gottesdienst, der die Arbeit der Kirchengemeinde Husum und die des Diakonischen Werks (DW) wie mit einer von Gottes Wort getragenen Klammer zusammenfasst, ist nahezu undenkbar. Die letzte Veranstaltung in der Marienkirche stand unter ganz besonderen Zeichen, denn es gab etwas zu feiern: Das, was früher „Altenbegegnungsstätte“ hieß, ist vor gut fünf Jahren unter das Dach des Diakonischen Werks Husum geschlüpft und bekam auch bald einen flotteren – und vor allem den Gegebenheiten der Zeit angepassten – Namen: Der „Mehrgenerationen-Treff.“ im historischen Gebäude direkt neben der Marienkirche. Das Gebäude diente Mitte des 19. Jahrhunderts als so genannte „Warteschule“ für kleine Kinder aus Arbeiterfamilien. Heute funktioniert es wie ein lebendiger Schmelztiegel für Menschen aller Generationen, die andere treffen und sich austauschen möchten.
„Mit vielen guten Ideen und großem Engagement wurden der Umbau des Gebäudes vorangebracht, aber auch das Angebot erweitert und umgestellt“, sagte Heike Bayer, Leiterin des Geschäftsbereichs „Bildung und Begegnung für alle Generationen“. So sei der Mehrgenerationen-Treff nah dran an den Menschen, zusammengehalten von der Koordinatorin Gyde Lorenzen. Heike Bayers Dank galt allen Mitarbeitenden, die sich mit Liebe und Herzblut bis heute eingebracht haben.
Wie dynamisch und rege das Leben im Mehrgenerationen-Treff ist, zeigten Engagierte, die sich dort in völlig unterschiedlichen Bereichen betätigen: Frigga Kamper und Nora Maack aus dem Vorstand des Fördervereins Begegnungsstätte Husum e.V., umrissen kurz die Vereinsarbeit: „Wir brauchen Ehrenamtliche und ebenso zahlende Vereinsmitglieder, aber auch immer frische Ideen, einen tatkräftigen Vorstand und obendrein Ausdauer“, sagten sie. Gleichzeitig gehört Frau Kamper zu denjenigen, die den wöchentlichen „Suppentag“ aus der Taufe gehoben haben. Das Erfüllende an ihrer Arbeit sei der Umgang mit älteren Personen, ihre Erfahrungen, ihr Weitblick und ihre Weisheit: „Die Kirchengemeinde hat durch die Senioren ein wertvolles Fundament.“ Der 16-jährige Leon Jürgensen bietet seit zwei Jahren erfolgreich eine „Smartphone-Sprechstunde“ an mit dem Ziel, für komplizierte Technik einfache Lösungen zu finden – „das ist nicht immer einfach“, schmunzelte der junge Mann. Auch Trauerbegleiterin Barbara Wilkens, Initiatorin und Leiterin des „Cafés für die Seele“ bringt langjährige Erfahrungen mit und bietet mit einem engagierten Team seit vier Jahren ununterbrochen einen monatlichen Treff an für Personen, die einen Verlust zu betrauern haben.
Pastorin Heike Braren dankte für die Vorstellung der verschiedenen Projekte. „Hier wird offensichtlich, wie rege das Leben im Mehrgenerationen-Treff ist, mit wie viel Sorgfalt und Liebe gearbeitet wird und welch guter Geist dort herrscht“, sagte sie im Dialog mit Pastor Leif Mennrich. Es gehe nicht nur um das Kreieren neuer Ideen, sondern auch um deren Umsetzung, befand dieser. Die Arbeit erfordere Vertrauen, Geduld und Mut, so dass das Motto, das die Front des schönen Hauses ziere, mit Leben gefüllt werde: „Glaube, Liebe, Hoffnung – das bedeutet unter anderem auch Resilienz und die Notwendigkeit eines langen Atems.“ Denn wer glaube, liebe und hoffe, könne seinen Mitmenschen gegenüber nicht gleichgültig sein. „Unser Herz ist ein Haus, in dem Gott wohnen kann“, so Heike Braren. „Die Menschen sind offen, liebevoll und lebendig. Dieser Geist ist bei euch zu finden – es ist gewissermaßen der Spirit der Norderstraße.“
Der Aufsichtsrats-Vorsitzende Prof. Dr. Stefan Krüger las aus dem ersten Brief des Apostel Paulus an die Korinther, der auch als „Hohelied der Liebe“ bekannt ist und besagt, dass letztlich alles Tun an Qualität verliert, wenn es nicht von Liebe getragen wird. Es ließen sich fünf Haupt- und Ehrenamtliche segnen. DW-Geschäftsführer Jens Grehm stellte sie und ihre Aufgaben kurz vor. Gesegnet wurden Jan Ehlers, Leon Jürgensen, Silvia Neuhofen, Sabine Utech und Barbara Wilkens.







