Sonja Wenzel
Die unbeirrt in die Höhe kletternden Kosten für Strom und Gas treiben den Verbraucherinnen und Verbrauchern manche Sorgenfalte auf die Stirn – vor allem dann, wenn das Haushaltsbudget so knapp bemessen ist, dass die Familie „jeden Euro umdrehen“ muss. Damit keine „Energieschulden“ entstehen, bietet das Diakonische Werk Husum seit einiger Zeit den kostenlosen, so genannten „Stromspar-Check“ an. Er richtet sich an Menschen, die entweder nur eine geringe Rente haben, Wohngeld oder andere Sozialleistungen beziehen oder deren Einkommen unterhalb der Pfändungsgrenze liegt.
Federführend ist Fachanleiter Horst Thiesen. Gemeinsam mit einem gut geschulten Team aus Stromsparhelfenden prüft er Haushalte „auf Herz und Nieren“, und meistens lässt sich mit einfachen, überschaubaren Mitteln eine ganze Menge Energie einsparen. „Unser Aktionsradius ist der gesamte Kreis Nordfriesland. Wir kommen nach vorheriger Terminabsprache in die Familien und nehmen zunächst eine Bestandsaufnahme vor. Wir erfragen das Nutzerverhalten bei bestimmten Geräten, machen auf Stromfresser aufmerksam und werfen einen genauen Blick auf die Energie- und Wasserabrechnungen“, erklärt er die Arbeit des Stromspar-Teams. Der Besuch dauert erfahrungsgemäß etwa eine Stunde. Aus den aufgenommenen Daten wird eine Analyse angefertigt, aus der sich die Einsparpotenziale ergeben. In einem weiteren, vorher abgesprochenen Besuch wird der Energiebericht vorgelegt, der individuell auf den jeweiligen Haushalt zugeschnitten ist. Gleichzeitig wird mit bestimmten „Soforthilfen“ unterstützt: „Wir tauschen beispielsweise stromfressende, veraltete Leuchtmittel aus und ersetzen sie durch moderne LEDs“, so Thiesen. Die Palette der tatkräftigen Unterstützung reicht vom Aufstellen von Thermohygrometern sowie Raum- oder Kühlschrankthermometern bis hin zum Anbringen sparsamer Duschköpfe oder abschaltbarer Steckerleisten, damit bestimmte Geräte nicht dauernd auf Standby laufen. Möglich ist es auch, alte „klapprige“ Kühl- oder Gefrierschränke auszutauschen: Je nach Haushaltsgröße gibt es eine finanzielle Unterstützung in Form eines Gutscheins bis zu 200 Euro für die Neuanschaffung eines vernünftigen, effizienten Kühlgeräts.
„Wichtig ist in dieser Jahreszeit auch das Heiz- und Lüftungsverhalten, das, richtig angewandt, nicht nur den Geldbeutel, sondern auch die Bausubstanz schont und beispielsweise feuchte Zimmerecken zu vermeiden hilft. Dies ist immer wieder ein wichtiges Thema, über das auch viele falsche Informationen kreisen“, so Thiesen. So sei unter anderem stundenlanges Lüften der Räume mit „auf kipp“ stehenden Fenstern keinesfalls besonders hilfreich, weil die Wände auskühlen können; allein die „Stoßlüftung“ mehrmals am Tag sei die effektivste Art, eine Balance von angenehmer Raumtemperatur und akzeptabler Luftfeuchtigkeit zu erzielen.
Nach einem Jahr können sich bereits einmal durchgecheckte Haushalte erneut beraten lassen. Dann werden die damals errechneten und tatsächlichen Einsparungen anhand der Abrechnungen miteinander verglichen. Thiesen und sein Team können nach eigener Aussage Erfolge vorweisen: „Wir konnten bereits viele Bürger und Bürgerinnen für ein besseres Lüftungsverhalten und für das Einsparen von Strom sensibilisieren.“ Der Stromspar-Check ist ein bundesweites Projekt, dessen Träger der Deutsche Caritasverband und der „Bundesverband der Energie- und Klimaschutzagenturen Deutschlands“ sind. Fördermittel gibt es vom Umweltministerium. Im vergangenen Jahr übernahm der Kreis Nordfriesland die finanzielle Unterstützung des im Diakonischen Werk angesiedelten Projekts.
Energie einzusparen dürfte in der heutigen Zeit fast schon als verpflichtend angesehen werden. Doch nicht genau oder falsch über dieses umfassende Thema informiert zu sein, ist nichts, wofür man sich schämen müsste; für Tipps, Informationen und handfeste Unterstützung steht das freundliche Team vom nordfriesischen Stromspar-Check bereit, das unter der Telefon-Nummer 04841-9811350 zu erreichen ist oder per E-Mail unter ssc-nf@dw-husum.de.
Achtung: Zum 1. April zieht das Team von der Friedenskirche in neue Räumlichkeiten in der Neustadt Nr. 34!

