Sonja Wenzel

„Heute ist ein besonderer Tag, denn wir übergeben den digitalen Begegnungsraum seiner Bestimmung“, sagte Nordfrieslands Landrat Florian Lorenzen zum Auftakt der offiziellen Inbetriebnahme der neuen digitalen Lehr- und Lerneinheit im Diakoniezentrum Tönning. Damit sei „etwas Konkretes, Greifbares“ entstanden. Lorenzen dankte dem Diakonischen Werk Husum als Partner für dieses Projekt, aber auch der „Digitalagentur Smarte Grenzregion“ für die Zurverfügungstellung des notwendigen Equipments. Früher, so Lorenzen, verfügten viele Landgemeinden über eine Poststelle und Ämter: „Dies alles verlagert sich immer mehr ins Internet“, führte der Landrat aus. Es gelte jetzt, die vorhandene technische Ausstattung mit Leben zu füllen, um allen Menschen, gleichgültig aus welcher Generation, die Chance auf digitale Befähigung zu ermöglichen. „Hier ist ein Ort geschaffen worden, an dem man lernen kann, wie Handy oder Tablet sinnvoll genutzt werden können, wie Online-Angebote zu verstehen sind und angewendet werden.“ Digitale Teilhabe sei mittlerweile ein selbstverständlicher Teil der Daseinsvorsorge geworden: „Digitalisierung ist ein Weg, um Menschen zusammenzuführen und miteinander ins Gespräch zu bringen.“

„Das Diakonische Werk hat seit jeher den Auftrag, Menschen zu unterstützen, die am Rande der Gesellschaft leben. Deshalb ist auch die Digitalisierung für viele Personen selbstverständlich, beispielsweise die Online-Abwicklung von Bankgeschäften; aber eben nicht für alle“, führte DW-Geschäftsführer Jens Grehm aus. Hier, an diesem Begegnungsort im Diakoniezentrum Tönning, verbinden sich viele Angebote, jetzt erweitert durch jene, die mit dem Projekt ‚smarte Grenzregion‘ geschaffen worden seien. Nun sei es möglich, Knowhow fachgerecht auszubauen und auf einem soliden Fundament ein gut funktionierendes Netzwerk zu etablieren. Auch der Geschäftsführer der Digitalagentur Smarte Grenzregion, Malte Zinke, dankte dem Diakonischen Werk Husum für die großartige Kooperation: „Es ist schön zu sehen, dass das, wofür man lange gearbeitet hat, in die Realität umgesetzt wird.“

Jetzt gilt es, die zur Verfügung stehende Technik zu nutzen, Neues zu entdecken und sich mit anderen Menschen auszutauschen. Der Betrieb im Digitalen Begegnungsort ist auch bereits angelaufen. Dazu die Mitarbeiterinnen Tina Brandt und Martina Fröhlich: „Wir haben bereits Workshops durchgeführt und die Möglichkeiten zum Erlernen der deutschen Sprache ausprobiert. Auch ein Quiz zum Allgemeinwissen über die Stadt Tönning gehört zum Programm.“ Vor einiger Zeit war das FabLab (englische Abkürzung für „fabrication laboratory“ oder Fabrikations-Labor, Anm.d.Verf.) aus Flensburg mit einem Laser-Cutter nach Tönning gekommen: eine gute Möglichkeit, in moderne Fertigungsverfahren, mit denen sich Studierende in Flensburg befassen, hineinzuschnuppern. Ein FabLab ist eine offene Werkstatt, die Privatpersonen und Gewerbetreibenden die Herstellung von individuellen Einzelstücken erlaubt.

Das Projekt „Smarte Grenzregion zwischen den Meeren“ verbindet seit dem Jahre 2022 die Stadt Flensburg und die Kreise Nordfriesland und Schleswig-Flensburg als Modellregion im Bundesprojekt „Modellprojekte Smart Cities (MPSC)“. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen und der Förderbank KfW gefördert. Ziel ist es, die Digitalisierung in der gesamten Region voranzubringen, diese für die Zukunft zu wappnen und nicht zuletzt den Alltag der Menschen zu erleichtern und ihre Lebensverhältnisse zu verbessern. Für die Gesamtlaufzeit bis Ende 2027 stehen dem Projekt insgesamt 17,2 Mio. Euro zur Verfügung. Bundesweit gibt es 73 Smart Cities Modellprojekte.

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