Sonja Wenzel
Es ist schon längst Tradition geworden, aber immer wieder ist es neu und spannend – und schmackhaft obendrein: Seit mehr als eineinhalb Jahrzehnten schlüpfen Mitglieder des „Vereins der Köche Westküste e.V.“ in ihre blütenweißen Kochjacken, um den Gästen der Bahnhofsmission Husum die Adventstage zu bereichern. „Wir freuen uns in jedem Jahr auf diese vorweihnachtliche Veranstaltung mit Mitgliedern des Köchevereins, die bei unseren Gästen sehr gut ankommt. Auch die Begeisterung der Köche, für unsere Gäste zu kochen, ist hautnah zu spüren und ansteckend“, sagt Ute Petersen, die Leiterin der zum Diakonischen Werk Husum gehörenden Einrichtung.
In diesem Jahr waren es wieder Jörg Windheuser, Inhaber der „Achtruper Stuben“, sowie Justin, sein Auszubildender im ersten Ausbildungsjahr. „Ich koche seit meiner Kindheit oft gemeinsam mit meiner Mutter“, sagte der junge Mann, der seinen gewählten Beruf liebt. Deshalb sei er gern nach Husum zur Bahnhofsmission mitgekommen, um beim Menü mitzuwirken: „Das ist doch eine gute Tat!“ Unterstützt wurden die beiden von Uwe Karstens aus Klanxbüll, Koch im Ruhestand, aber immer noch brennend für seinen Beruf und Mitglied der ersten Stunde im Verein der Köche Westküste. Für eine herzliche Willkommenskultur für die 25 erwarteten Gäste sorgte Renate Lunks, Hauswirtschafterin der Bahnhofsmission, mit festlich-vorweihnachtlich gedeckten Tischen: Gutes Porzellan auf weißen Tischtüchern und liebevoll gefaltete Servietten verbreiteten eine häuslich-warme Atmosphäre.
„Vorbereitung ist das halbe Kochleben“, schmunzelte Uwe Karstens, der weiß, wovon er spricht: Denn die Speisen wurden, so weit es möglich war, in der Küche der Achtruper Stuben vorbereitet, dann sorgfältig verpackt und zur Bahnhofsmission transportiert. Der Rest wird in der dortigen Küche fertiggestellt. Damit es in der Küche immer gut funktioniert, sollen Auszubildende „Zuverlässigkeit und Teamfähigkeit, aber auch Liebe, Lust und Leidenschaft“ für den Kochberuf mitbringen, ist Jörg Windheuser überzeugt. „Ein guter Hauptschulabschluss, der im Durchschnitt befriedigend ist, reicht – alles andere bringen wir den jungen Menschen bei“, äußerte er.
Die vorbereiteten Speisen konnten schon das Wasser im Munde zusammenlaufen lassen: Es gab zunächst eine Kürbiscremesuppe mit Baguettebrot, danach Maispoulardenbrust oder für Fischliebhaber eine feine, mit Blattspinat gefüllte Fischroulade aus Schollenfilet, ergänzt durch Salzkartoffeln. Ferner sorgte buntes Wintergemüse für appetitliche Farbkleckse auf dem Teller. Das Dessert war klassisch: Gemischtes Eis mit Sahne – wer konnte da schon widerstehen?
Doch außer einem guten Essen wurde den Gästen schon ein wenig Weihnachtsfreude beschert: Denn die Aktion „Päckchen mit Herz“, die seit einigen Jahren im Spätherbst anläuft, hatte viele Bürgerinnen und Bürger aus Husum und Umgebung dazu animiert, „mit Herz und Seele“ kleine Weihnachtspakete mit praktisch-nützlichem Inhalt für Männer und Frauen zu füllen und diese bei der Bahnhofsmission abzugeben. „Eigentlich startet die Verteilung der ‚Päckchen mit Herz‘ am Nikolaustag“, so Ute Petersen. Doch das adventliche Abendessen sei ein schöner Auftakt für diese Aktion, um es mit kleinen Präsenten zu bereichern. „Mein Team und ich danken allen Spenderinnen und Spendern für die Zeit und die Liebe, die sie investiert haben “, sagte sie. Die nächste feierliche Bescherung wird am 24. Dezember stattfinden – beim ebenso feierlichen Weihnachtsessen mit Andacht.


