Sonja Wenzel
Für alle ein gedeckter Tisch mit viel Zeit füreinander; denn Zeit und Essen gehören zum Menschsein dazu, gleichgültig, welchem Glauben man angehört, so Pastor Andreas Raabe in seiner Andacht zum abendlichen Adventsessen für 130 Kundinnen und Kunden der Husumer Tafel. Gemeinschaft genießen, zusammen ein Stück Lebenszeit verbringen bei gemütlichem Schnacken im Kerzenschein und bei einem guten, kultivierten Essen im gepflegten Ambiente des Handwerkerhauses – das war der Plan vom DEHOGA Kreisverband NF Süd und dem Diakonischen Werk Husum; und er ist rundherum geglückt.
„Vor einigen Jahren wurde bereits eine ähnliche Veranstaltung als Adventsessen vom DEHOGA Kreisverband NF Süd durchgeführt, allerdings in viel kleinerem Rahmen“, erläutert Charly Häuber, der Chef der Husumer und Mobilen Tafel im Diakonischen Werk Husum. Doch dann brach die Corona-Pandemie aus und es gab keinen Gedanken an eine Fortführung dieses Vorhabens. Doch kürzlich wurde diese Idee bei einer Vorstandssitzung des DEHOGA Kreisverbands NF Süd erneut diskutiert – und kam bei allen gut an. Es wurden verschiedene namhafte Sponsoren ins Boot geholt. Das Diakonische Werk und der DEHOGA Kreisverband NF Süd warben für die Veranstaltung Firmen, wie Bast und Tadsen, die „ngd“ – in diesem Rahmen das Theodor-Schäfer-Berufsbildungswerk – das Husumer Kaffeekontor, das Unternehmen August Thoms, CHEFS CULINAR sowie die Kreisjägerschaft Nordfriesland. Mit dem Leiter des Handwerkerhauses, Thomas Friess, sei die Menüfolge besprochen worden, sagte Häuber, der die soziale Einstellung der unter hohem Kostendruck stehenden Gastronomie lobte.
Der Clou bei diesem Adventsessen: Nicht nur das im Handwerkerhaus angestellte Personal, sondern auch Mitarbeitende des Diakonischen Werks und der DEHOGA servierten den Gästen das festliche Menü: Wildkraftbrühe mit Klößchen, Entenkeule an Orangensauce, Rotkohl und Kartoffelklößen sowie als Nachspeise „Adventstraum im Glas“, bestehend aus Schichtspeise von Mascarpone mit weißer Schokolade, Zimtbeeren und Spekulatius-Crunch.
André Schirmag, Vorsitzender des DEHOGA Kreisverbands NF Süd, dankte allen Beteiligten, die diesen Abend organisiert hatten, sowie für die Investition an Zeit und Fleiß. „Die Kunden und Kundinnen stehen im Mittelpunkt dieses Abends. Die Anmeldungen zeigen, wie groß das Bedürfnis nach Gemeinschaft ist. Der Grundgedanke der Diakonie ist es, Menschen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen, Halt und Würde zu geben und Begegnungen zu ermöglichen“, sagte DW-Geschäftsführer Jens Grehm in seinen Grußworten. Bei dieser Veranstaltung werde sichtbar, was aus Engagement erwachsen könne. „Ich freue mich, dass wir die Zeit heute Abend miteinander verbringen können.“ „Gemeinsamkeit beim Essen sei wichtiger denn je“, sagte MdL Michel Deckmann und dankte allen, die zum Gelingen des Abends beigetragen hatten. Ähnlich äußerte sich Kreispräsident Frank Zahel und lobte die Arbeit der in Trägerschaft des Diakonischen Werks Husum und der AWO befindlichen Tafel. Sie unterstütze die Kundinnen und Kunden nicht nur einen Abend lang, sondern über das ganze Jahr hinweg. „Die Gesellschaft wird ein Stückweit menschlicher durch Ihre Hilfe“, schloss Zahel. Nicht nur Ausgabestelle, sondern ein Ort der Begegnung sei die Tafel, so Bürgervorsteher Robert Koch. Ludmilla aus der Ukraine baute eine charmante sprachliche Brücke zwischen Deutsch und Ukrainisch und übersetzte sämtliche Grußworte aus dem Stegreif. Der Husumer Posaunenchor stimmte mit Adventsmusik auf Weihnachten ein und der ukrainische Frauenchor sang Lieder aus der Heimat.
Ohne die Mithilfe vieler zupackender Hände wäre der Abend in dieser Form nicht zu schultern gewesen. DW-Geschäftsbereichsleiterin Adelheit Marcinczyk brachte es auf den Punkt: „Ich bewundere es immer wieder, wenn so viele Menschen aus verschiedenen Organisationen und Institutionen sich zusammentun und etwas Gutes bewerkstelligen.“











