Sonja Wenzel

Es ist schon eine liebgewonnene, gute Tradition: Die Bahnhofsmission Husum startet wieder die Aktion „Päckchen mit Herz“. Ab sofort können Päckchen für Männer und Frauen gepackt und bei der Bahnhofsmission von Montag bis Freitag zwischen 8:00 Uhr und 14:00 Uhr abgegeben werden. Annahmeschluss der letzten zugedachten Gaben ist auf den 5. Dezember festgelegt worden. Und da Not nicht erst zu Weihnachten herrscht, möchte Ute Petersen, die Leiterin der Bahnhofsmission, schon am 3. Dezember, wenn sich der „Verein der Köche Westküste e.V.“ die Ehre gibt und die Gäste der Bahnhofsmission mit Kochkunst verwöhnen wird, den Anwesenden als abendlichen Höhepunkt ein Weihnachtspäckchen überreichen. Weitere Päckchen werden bei der Bescherung am 24. Dezember ausgehändigt, und freilich werden auch die Unterkünfte für wohnungslose Menschen nicht übergangen.

Die Päckchen sollten das enthalten, was Männer und Frauen immer brauchen können: Duschgel, Mütze und Schal, Handschuhe oder warme Strümpfe und Unterwäsche, Hygieneartikel für Frauen beziehungsweise Rasierzeug für Männer. Der Höchstbetrag sollte 25 Euro nicht überschreiten und es sollten neue Gegenstände sein. Die Päckchen sollten einen Hinweis enthalten, ob sie für einen Mann oder eine Frau gedacht sind. Und wenn eine Tafel Schokolade obendrauf liegt oder ein Weihnachtsmann dem Empfänger oder der Empfängerin entgegenlächelt, dürfte die Weihnachtsfreude komplett sein. Meistens sind es männliche Bahnhofsmissions-Gäste zwischen 40 und 60 Jahren, denen die Weihnachtszeit sehr schwer fällt, so dass es ein großes Entgegenkommen wäre, diese Menschen beim Päckchenpacken nicht außer Acht zu lassen.

Diese Aktion, die bei den Husumerinnen und Husumern fest im Terminplan des ausgehenden Jahres verankert zu sein scheint, geht zurück auf eine Initiative der Husumerin Maike Empen. „Armut gibt es auch vor unserer Haustür“, ist ihr Motto. Schon jetzt werden die ersten Päckchen angeliefert, hübsch verpackt und mit „einer Schleife um den Bauch“. Ute Petersen und Jens Frank, Abteilungsleiter „niedrigschwellige Hilfen“, sind den spendablen Bürgerinnen und Bürgern für die alljährliche Zuwendung von Mensch zu Mensch sehr dankbar.

Oft kommt es vor, dass Zeit und Muße zum Päckchenpacken einfach fehlen. „Deshalb könnte es für manche Menschen eher darstellbar sein, in der unruhigen Zeit vor Weihnachten eine Spende zu überweisen“, sagen Verena Wend und Jens Lösche vom Vorstand des Vereins „Freunde der Bahnhofsmission e.V.“. Jeder Betrag ist herzlich willkommen auf dem Konto der Bahnhofsmission bei der Nospa, Konto-Nummer DE80 2175 0000 0121 2297 69.

Der Verein arbeitet mit seinen Spendengeldern stets daran, die Bahnhofsmission noch ansprechender auszugestalten beziehungsweise zu modernisieren. So wurden in den Schlafräumen Hocker als Ablagemöglichkeiten besorgt. Fotos, die in der Streetwork von den vielen „Gesichtern“ der Graffiti-Wand im Skater-Park aufgenommen wurden, werden demnächst die Wände der Räumlichkeiten verschönern. Darüber hinaus soll der Raum der Stille zum Teil anderes Mobiliar erhalten, das den vorhandenen Platz noch geschickter ausnutzen und ihn noch mehr „aus einem Guss“ erscheinen lassen wird.

Besonders freuen sich Ute Petersen und Jens Frank über eine Spende vom Verein Bahnhofsmission Deutschland e.V. aus dem Projekt „Digital dabei sein“. Damit wird es möglich, demnächst freies WLAN für Internet sowie acht Ladeplätze für Handys und zwei Tablet-Plätze zur Wohnungs-Recherche einzurichten.

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