Die Beratungsstelle für Suchtfragen Husum engagiert sich aktiv für die Prävention von Sucht und riskantem Konsumverhalten bei Jugendlichen im südlichen Nordfriesland. Mit Schulveranstaltungen und Elternabenden informiert sie frühzeitig über die Gefahren von Alkohol, Cannabis und exzessivem Medienkonsum und leistet damit einen bedeutenden Beitrag zur Volksgesundheit und Schadensminimierung. Beispiel Alkohol: Wissenschaftlich ist längst belegt, dass es keinen risikofreien oder gesundheitsförderlichen Alkoholkonsum gibt. Aber wissen das auch die Jugendlichen? Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland 9.263 Jugendliche mit Alkoholvergiftungen behandelt – in vielen Fällen lebensbedrohlich. Insgesamt starben etwa 21.000 Menschen, die ohne übermäßigen Alkoholkonsum noch leben würden. Auch der seit Jahren kontinuierliche Anstieg beim Cannabiskonsum unter der jungen Bevölkerung sowie die negativen Folgen exzessiver Mediennutzung – wie Angststörungen, Depressionen und Mobbing – unterstreichen die Dringlichkeit präventiver Maßnahmen.

Die Beratungsstelle für Suchtfragen Husum setzt auf ein umfassendes Präventionskonzept, das weit über reine Aufklärung hinausgeht. Sie zielt darauf ab, Jugendliche in ihrer emotionalen Entwicklung zu stärken, ihr Selbstwertgefühl zu fördern und die besonderen Herausforderungen der Pubertät zu berücksichtigen. Dabei sind die Eltern unverzichtbare Partner: Durch Elternabende und gemeinsame Veranstaltungen wird versucht, auch die Familien in den Schutzprozess einzubinden.

Im laufenden Jahr wurden bereits 15 Elternabende sowie 39 Schulveranstaltungen durchgeführt – eine wichtige, aber bei weitem nicht ausreichende Maßnahme angesichts des hohen Bedarfs. Die Finanzierung dieser Präventionsarbeit ist jedoch zunehmend bedroht. Viele Suchtberatungsstellen in Deutschland stehen vor dem Aus, da die Kosten immer mehr von den Trägern selbst getragen werden müssen. Der Eigenanteil liegt mittlerweile bei durchschnittlich 30 %, was auf Dauer kaum tragbar ist. Neben den Fachstellen und den Eltern tragen vor allem die Gesellschaft und die Erwachsenen in Nordfriesland eine zentrale Verantwortung. Sie schaffen die Voraussetzungen in der die nachfolgende Generation zukünftig leben wird. Sie sind der jungen Generation, der Zukunft unserer Gesellschaft, verpflichtet. Sie ist es, die dafür Sorge zu tragen hat, dass junge Menschen ausreichend Schutz und Aufklärung erhalten. Dies bezieht sich unter anderem auf die Gefahren, die Genussmittel und Medien mit sich bringen. Es ist ihre Aufgabe, den Jugendlichen ein Vorbild zu sein, sie zu unterstützen und aktiv Verantwortung zu übernehmen. Nur gemeinsam können wir eine Umgebung schaffen, in der Kinder und Jugendliche sicher aufwachsen, sich entfalten und verantwortungsvoll handeln können. Die Gesellschaft muss sich ihrer Verpflichtung bewusst sein, um die Weichen für eine gesunde und stabile Zukunft zu stellen. Prävention ist kein kurzfristiges Projekt, kein Luxusgut und auch kein Almosen an Gescheiterte oder Bedürftige. Prävention ist eine Investition in die Zukunft – sie gehört zum Bildungskonzept unserer Gesellschaft und leistet einen unverzichtbaren Beitrag für eine gesunde, aufgeklärte und verantwortungsbewusste Generation.

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