Sonja Wenzel
Es soll eine Veranstaltung der „besonderen Art“ werden und es lohnt sich in jedem Falle, mehr über die so wertvolle Arbeit der Bahnhofsmission zu erfahren. Am 17. Mai (Samstag) zwischen 10:00 und 15:00 Uhr öffnet die zum Diakonischen Werk Husum gehörende Einrichtung ihre Pforten und lädt alle, die mehr wissen möchten, dazu ein, „mehr als nur einem Blick“ hinter die Kulissen zu tun.
Der Tag der offenen Tür beginnt um 10:00 Uhr mit einer Andacht, die Pröpstin Inken Wöhlbrand am Bahnsteig 4/5 halten wird. Sie wird unterstützt vom Posaunenchor der Kirchengemeinde Husum. Im Anschluss daran – ab 10:30 Uhr – werden allerlei Schmankerln angeboten, die die Herzen der Besucherinnen und Besucher höher schlagen lassen. Dazu gehört neben dem Verpflegungsangebot von Grillwurst und hausgebackenen Waffeln ein Flohmarkt mit sowohl hübschen als auch hochwertigen Gegenständen: eine Mitarbeiterin hat ihn mit viel Liebe und Herzblut organisiert. Der Flohmarkt findet im Gartenbereich vor dem Bahnhofsgebäude statt.
Einen ernsten, leider auch realistischen Hintergrund hat die Aktion „Eine Bank ist kein Zuhause“, bei dem eine Gartenbank sowie eine warme Jacke und ein Schlafsack zur Verfügung gestellt werden, um einmal eine Vorstellung davon zu bekommen, was es heißt, auch nur eine Nacht im Freien auf einer Parkbank zubringen zu müssen. „Sich einen Moment zur Probe hinzulegen, ist nicht nur möglich, sondern auch erwünscht. Ein Perspektivwechsel kann durchaus aufschlussreich sein“, sagt Ute Petersen, die Leiterin der Bahnhofsmission. Ein weiterer Perspektiv- und Rollenwechsel ist eine interessante Mitmachaktion der „Hempels“-Redaktion: „Alle, die wissen möchten, wie der Verkauf des ‚Hempels‘-Magazins funktioniert, kann dies ausprobieren, auch mit einem erfahrenen Verkäufer gemeinsam“, so Ute Petersen. Vorherige Anmeldungen sind wegen der Anfertigung des Verkäuferausweises zwar erwünscht, aber nicht zwingend notwendig.
Des Weiteren werden Hausführungen angeboten und einige ehrenamtlich Mitarbeitende werden aus ihrer Tätigkeit erzählen, die sich entweder am Bahnsteig abspielt, im Abenddienst, in der Hauswirtschaft oder in der Gartenpflege. Attraktiv ist auch ein Yoga-Angebot, das bei der Bahnhofsmission ehrenamtlich bereitgestellt wird und zu dem es weitere Informationen gibt. Auch für musikalische Untermalung ist gesorgt: Der Husumer Emil Asmussen wird sein Akkordeon auspacken und sich selbst beim Singen von Shantys begleiten.
„Das Motto des Tages lautet ‚Zeit schenken und Hoffnung stiften beim Engagement für die Bahnhofsmission‘“, führen Bereichsleiterin Adelheit Marcinczyk und Ute Petersen aus. In Anlehnung an den in jüngster Vergangenheit stattgefundenen, bundesweiten „Tag der Bahnhofsmission“ öffnet die Husumer Einrichtung weit ihre Pforten – zur Information, zum besseren Verständnis und zum Kennenlernen der facettenreichen Arbeit.
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Ute Petersen präsentiert das Motto „eine Bank ist kein Zuhause“, das sich wie ein roter Faden durch die Arbeit von Bahnhofsmission und angegliederter Wohnungslosenhilfe zieht. Doch wie eine Nacht „im Freien auf einer Bank“ sein kann, ist beim Tag der offenen Tür hautnah erfahrbar.
