Sonja Wenzel
„Ich freue mich jedes Mal, wenn ich in der Vorweihnachtszeit die Tafel besuchen kann, ich komme immer gern“, sagte Frank Wauer. Der Geschäftsführer der Kurt Jans GmbH, Kieswerk und Transportunternehmen für Sand, Erden und Steine aus Tönning und seine Ehefrau Doris kamen nicht nur mit großer Sympathie für die Arbeit der Tafeln; sie hatten handfeste Unterstützung für jene Menschen im Gepäck, die nicht auf Rosen gebettet sind und ohne diese Einrichtung des Diakonischen Werks Husum sich wahrscheinlich kaum das Nötigste erlauben könnten. Mit einer Spende von 1.500 Euro bedachten sie die mobile Tafel, bis vor Kurzem noch die erste und einzige im gesamten Bundesgebiet. „Unternehmen besuchen einander in der Adventszeit und bringen Geschenke mit, die meistens in der ‚oberen Etage‘ landen. So haben wir uns überlegt, dass wir den Gegenwert dessen, was wir in der Vergangenheit verschenkt haben, lieber als Spende anlegen“, erklärte der Geschäftsführer. Und gerade die mobile Tafel sei „genau sein Ding“ – denn immerhin wisse er als Eiderstedter, dass die pittoreske Region mit ihren darin lebenden Menschen mitunter ‚abgehängt‘ sei: Deshalb begrüße er die Einrichtung der mobilen Tafel aufs Wärmste. Diese fährt – außer Viöl und Friedrichstadt – die Eiderstedter Landgemeinden Garding und Sankt Peter-Dorf an und versorgt jenen Teil der Bevölkerung, der nur mit viel Umständlichkeit die Husumer Tafel aufsuchen könnte.
Der Geschäftsführer des Diakonischen Werkes Husum, Jens Grehm, dankte für die wiederholte Unterstützung durch die Kooperationspartner. Rolf Riemann, Leiter der mobilen Tafel, freute sich über den finanziellen Zuschuss: „Den können wir gut gebrauchen, denn unser Transporter braucht bald neue Bremsen. Schließlich muss das Fahrzeug so lange wie möglich rollen.“ Auch die Mobile Tafel erhält – wie alle Tafeln – lediglich kleine öffentliche Zuschüsse und finanziert sich nur aus Spenden von Privatpersonen und Unternehmen. Überdies sind die Einnahmen von den Kunden und Kundinnen naturgemäß recht überschaubar.
Auch die Ehrenamtlichen – laut Riemann „super motivierte Arbeitskräfte“ – erhielten ein dickes Lob: Grehm dankte jenen, die kontinuierlich Freizeit, Kraft und Liebe in die Tafel-Arbeit investieren. „Bei der Tafel wird mit so viel Freude und Herzblut gearbeitet – da ist die Spende gut aufgehoben“, ergänzte Wauer. „Wir sind stolz auf unser Personal“, fasste der Husumer Tafel-Chef Charly Häuber zusammen. Es sind rund 100 Ehrenamtliche, die den Betrieb der Tafel in Husum und der mobilen Tafel am Laufen halten: „Es ist nicht nur die Ausgabe, sondern es sind auch die täglichen Transportfahrten zu bedenken, die mitunter bis zum Tafel-Lager in Neumünster reichen sowie die Sortierarbeit, bei der jedes Teil in die Hand genommen und geprüft werden muss, ob es abgegeben werden kann.“ Riemann dankte für die „geniale Spendenbereitschaft“ in Nordfriesland. Diese Bereitschaft des Betriebs Kurt Jans jedenfalls war noch nicht zu Ende: Das Unternehmen beteiligte sich an der Aktion „Umgekehrter Adventskalender“, die die Bevölkerung um Spenden haltbarer Lebensmittel bittet. Diese sind chronische Mangelware. Es war eine Sackkarre voll schwerer, dicker Pakete, die Wauer und Ehefrau Doris herbeischoben: Die Empfängerinnen und Empfänger dieser Waren werden es danken.
